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Faserzement - Was ist das?


Ende des 19. Jahrhunderts, entwickelte der Österreicher Ludwig Hatschek ein Verfahren um faserarmierte Zementprodukte herzustellen. Dabei verwendete er eine Papiermaschine in die er einen Brei aus Zement, Asbestfasern (heute ersetzt durch Zellulose und PVA Fasern) und Wasser mischte. Nach 7 Jahren Forschen und Entwickeln, entstand das „Rezept“ für die heute weltweit bekannten Faserzementprodukte. 

 

Die Rohstoffe werden mit Wasser zu einem homogenen Gemisch aufbereitet. In diesen Faserzementbrei tauchen rotierende Siebzylinder, die nach innen entwässern. Die Sieboberfläche belegt sich dabei mit einer Vliesschicht von ca. 1 mm, die auf ein Transportband übertragen wird. Auf dem Transportband (Filzband) wird die Schicht durch Saugdüsen entwässert.

 

Es entsteht eine endlose Matte, die auf Formatwalzen aufgewickelt wird, bis die geforderte Tafeldicke erreicht ist. Dabei verzahnen sich die Fasern mit den Nachbarschichten, sodass sich eine fest zusammenhängende Matte bildet. Nach dem Aufschneiden der Mattenzylinder löst man sie von der Formatwalze und bearbeitet sie durch automatische Stanzen und Pressen zu kleinformatigen Platten, ebenen Tafeln und Wellplatten. Aus den noch weichen Rohplatten können z.B. auch Lüftungsrohre und Formstücke geformt werden.

 

Bei einem Großteil unserer URBANNATURE und Cembonit Platten werden dem Tafelgemisch gleich Farbpigmente beigemischt, um die bekannten und beliebten durchgefärbten Cembrit Faserzementplatten zu erhalten.

 

Nach wenigen Stunden besitzen die Platten eine ausreichende Festigkeit und können von der Schalung genommen werden. Es folgt die natürliche Nachhärtung im Lagerraum über 28 Tage (URBANNATURE) oder eine Dampfhärtung (Cembonit).

 

Nach der Erhärtung erfolgt je nach Produkt die Oberflächenbeschichtung der Platte. Die Hatschek-Maschine, wo die »magische Verwandlung« einer Flüssigkeit zu einem Feststoff stattfindet, wird heute immer noch eingesetzt.

Und nach wie vor vereint Cembrit Faserzement vier ganz entscheidende Vorteile: 

 

Feuerfestigkeit, Verrottungssicherheit, Formbarkeit und ein sehr geringes Gewicht!

 

Zusammensetzung

Zement 65 - 80%   

Der Hauptbestandteil von Zement ist eine Mischung von gebranntem Kalkstein und Ton, welche unter Zusatz von Wasser zum Aushärten gebracht werden kann. Bei durchgefärbten Faserzementplatten wird durch Zusatz von anorganischen Farbpigmenten die gewünschte Durchfärbung erreicht. Für die hellen Farbtöne der URBANNATURE Serie wird spezieller Weißzement eingesetzt.
 
PVA  < 2% Polyvinyl Alkohol
Zur Aufnahme der Biegezugkräfte. Diese synthetisch hergestellten  organischen Fasern finden u.a. auch Anwendung als medizinische Nähfäden.
 
Zellulose 3-5%
Holzfasern verstärken den Faserzement zusätzlich, erhöhen die Flexibilität und optimieren den Hatschek Produktionsprozess.
 
Füllmaterial 10-25%
Füller ist ein gebräuchlicher Name für hauptsächlich passive (z.B. nicht bindende) Materialien welche die Verarbeitbarkeit erhöhen oder gewünschte Eigenschaften hinzufügen. Beispiele hierfür sind Kalksteinmehl, Trass (vulkanisches Gestein) und recycelter Faserzement.
 

 

Faserzement ist ein leichtes Baumaterial

Durch den Prozess des Abbindens wird das Material verfestigt, bis es stabil wie Beton ist – jedoch mit einem viel geringeren Gewicht. Ein Vorteil ist, dass auf diese Weise leichte Platten hergestellt werden können, die so aussehen wie Steinplatten, ohne dass damit die aufwendige Gewinnung des natürlichen Materials verbunden ist. Ohne Einsatz hoher Temperaturen, können so auch auf Ton basierende Baustoffe nachempfunden werden. Durch ihr geringes Gewicht sind Faserzementplatten leicht zu transportieren und auf der Baustelle einfach zu verarbeiten. Faserzement ist schnell zu montieren, weniger energieintensiv in der Herstellung und somit insgesamt kostensparend. 

Kreatives Baumaterial

Direkt nach der Herstellung ist Faserzement noch sehr formbar. In dieser Phase kann er in 3- Dimensionale Formen gepresst und geprägt werden. Er kann sehr viel dünner als Beton ausgestaltet werden, da die modernen Fasern den Zement und die verdichtenden Stoffe zusammenhalten. Es können sowohl zufällige aber auch der Natur nachempfundene Oberflächeneffekte hergestellt werden. Und das bei hochwertiger Serienproduktion und ausgezeichnetem Preisverhältnis!
 
Faserzement-Produkte sind für innovative architektonische Lösungen ebenso unverzichtbar wie in allen übrigen Bereichen moderner und traditioneller Bautechnik. In ihnen verbinden sich umweltneutrale Rohstoffe und stabilisierende High-Tech-Fasern zu einem hochwertigen Baumaterial.

Faserzement ist auch Brandschutz

Obwohl Faserzement einen hohen Zelluloseanteil hat (Holzfasern) besitzt es dank der Mischung aus PVA- Fasern und anorganischem Zement eine ausgezeichnete Feuerfestigkeit. Durch feinste Abstimmungen in der Rohstoffzusammensetzung, werden allerhöchste Brandschutzanforderungen erfüllt. 
 

Dem „Vergammeln“ keine Chance

Die Kombination der Rohstoffe mit der Matrixstruktur des Faserzements garantiert darüber hinaus eine hervorragende Haltbarkeit. Faserzement ist resistent gegen Schimmel- sowie Fäulnisschäden und somit langlebiger als z.B. Holz. Er ist metallfrei, so dass er weder rostet noch sich zersetzen kann. Außerdem besitzt er eine geringe Wärmeleitfähigkeit, Verformungen wie bei PVC sind damit komplett ausgeschlossen. Dennoch ist Faserzement durchlässig und dadurch ideal für den Einsatz in Klimazonen mit hoher Luftfeuchtigkeit, für Sanierung und Neubau. Und mit Klimazonen meinen wir hier sowohl in Häusern und Gebäuden vom Keller bis zum Dach, vom Badezimmer und der Sauna bis ins Schwimmbad als auch vom Nordkap bis in die Wüste Gobi oder den Dschungel Südamerikas.
 
Angesichts dieser Vorteile wird schnell klar, Faserzement kann überall problemlos eingesetzt werden. Cembrit verfügt über mehr als 80 Jahre Erfahrung im Einsatz von Faserzement, und das in den verschiedensten Klimazonen der Welt. 
 
Sprechen Sie mit uns und erleben Sie, wo Sie Faserzement in Ihrem Bauprojekt einsetzen können.

 

 

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